Wann kann oder soll oder muss ein Kind ans Töpfchen herangeführt werden? Manchmal steht der Eintritt in einen Kindergarten an und was bislang stressfrei in der Familie irgendwie lief, wird plötzlich zur größten Herausforderung. Man vermutet seit längerem, dass der Zeitpunkt, wann das Toilettentraining beginnt, einen Einfluss darauf hat, ob das Kind später häufiger tags oder nachts einnässt.

Eine US-amerikanische Untersuchung versuchte nun herauszufinden, wann der ideale Zeitpunkt fürs Toilettentraining ist. Dabei wurden Kinder, die wegen Einnässen (tags oder nachts) in Behandlung kamen, in 3 Gruppen eingeteilt und mit altersmäßig passenden, gesunden Kindern verglichen. Insgesamt 112 Kinder. Gruppe 1 begann vor dem 2. Geburtstag mit dem regelmäßigen Training, Gruppe 2 zwischen 2. und 3. Geburtstag und Gruppe 3 nach dem 3. Geburtstag.

Jene Kinder, die vor dem 2. oder nach dem 3. Geburtstag mit dem Töpfchentraining begannen, hatten ein deutlich erhöhtes Risiko, später unter Einnässen zu leiden.

Wie erklärt sich dieses Ergebnis? Gibt es etwa ein magisches Fenster für das Trockenwerden? Bei näherem Auswerten der Daten stellte sich heraus, dass die einnässenden Kinder wesentlich häufiger als andere unter Verstopfung litten! Und in der Tat belegen frühere Untersuchungen an Kindern mit angeborenen Darmerkrankungen, dass deren Einnässen verschwand, wenn die Verstopfung beseitigt worden war. Der Grund ist einfach: ist der Enddarm durch die Verstopfung erweitert, dann führt das zu einer Überaktivität der Blasenmuskulatur und damit zum Einnässen.

Leidet also ein Kind unter Einnässen, egal ob nachts oder auch tagsüber, dann sollte die Stuhlganggewohnheiten des Kindes unter die Lupe genommen werden.

Das Alter spielte übrigens keine Rolle, auch nicht, ob es ein Junge oder ein Mädchen ist.

 

Mehr hierzu:

Hodges SJ, Richards KA, Gorbachinsky I, Krane LS:
The association of age of toilet training and dysfunctional voiding.
Research and Reports in Urology 2014: 127-30